Zeichentrickfiguren plötzlich dünn?

Wir alle kennen Biene Maja als die pummelige, liebenswerte und schlaue Biene aus der 1970 erstmals veröffentlichten gleichnamigen Zeichentrickserie. Die heutige Neuauflage der Biene Maja ähnelt allerdings gar nicht mehr der Biene, wie wir sie von damals kennen. Biene Maja bekam Kurven und wurde dazu auch noch viel schlanker. Dies betrifft aber nicht nur Maja, sondern auch andere Zeichentrickfiguren, wie Pikachu, Heidi, Bob der Baumeister und den Pumuckl. Sie wurden neu animiert und wirken nun so, als sollten sie den heutigen Körperidealen entsprechen – groß, schlank, kurvig und „realistischer“.

Vor- und Nachteile:

Da stellt sich uns die Frage, warum dieser plötzliche Wandel? Eine Studie der University of Colorado at Boulder führte ein Experiment durch, welches zeigt, dass Kinder, die „übergewichtige“  Charaktere wie beispielsweise Homer Simpson gesehen haben, mehr Süßigkeiten essen, als die andere Gruppe, die „durchschnittliche“ Charaktere sah. Man könnte also argumentieren, dass dünnere Zeichentrickfiguren zu einem gesünderen Essverhalten führen. Allerdings haben die Eltern genauso viel Einfluss auf das Essverhalten ihrer Kinder. Die dünneren Zeichentrickfiguren geben Kindern ein falsches Idealbild davon, wie sie auszusehen haben und könnten somit zu einem geringeren Selbstvertrauen der Zuschauer führen, weil vor allem Kinder leicht davon beeinflusst werden können.

Fazit:

Was der Grund für die neuen Auflagen der Zeichentrickfiguren ist, wissen wir auch nicht genau. Was wir wissen ist, dass diese klassischen Figuren geändert wurden und jetzt (zumindest für die „älteren“ Zuschauer) fast unerkennbar sind. Wir finden es schade, dass heutzutage noch nicht einmal eine Biene etwas „pummeliger“ sein kann und hoffen, dass die Zuschauer dadurch kein falsches Bild von sich selbst bekommen, falls sie nicht mit diesem „Schönheitsideal“ übereinstimmen. Vielleicht haben wir einfach eine nostalgische Verbindung zu diesen Serien, die wir als Kinder gesehen haben und können deshalb ihr neues Aussehen nicht objektiv beurteilen, da es von dem abweicht, was wir von früher kennen. Wir würden es aber sehr befürworten, wenn man im Fernseher mehr Figuren sieht, die aus dem typischen Idealbild herausfallen und so eine Vielfalt an Kulturen und gesunden Körperidealen zeigen. Damit wollen wir erreichen, dass sich mehr Leute darüber bewusst sind, dass anders sein genauso gut ist und man genauso schön sein kann, auch wenn man den gesellschaftlichen Erwartungen nicht immer entspricht (solange dies noch im gesunden Maß ist).  

Caitlyn Kearney und Evelyn Engelmann

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