Buchempfehlung! „Iskari“

„Iskari, der Sturm naht“ von Kristen Ciccarelli

Als kleines Kind lockte Asha einst Kozu herbei, den mächtigsten aller Drachen. Er gab vor, ihr Freund zu sein, doch dann flog er auf und vernichtete mit seinen mörderischen Flammen Ashas Heimatstadt. Um die unverzeihliche Schuld, die sie damit auf sich geladen hat, zu sühnen, ist sie eine Iskari geworden, eine Drachentöterin – die beste und mutigste.

Doch ihre größte Prüfung steht noch bevor. Denn ihr Vater, der König, stellt ihr ein schreckliches Ultimatum. Entweder befreit sie das Land endgültig von Kozu – oder sie muss den ihr verhassten Jarek heiraten. Aber Kozu ist unbesiegbar, der Kampf mit ihm selbst für eine Iskari viel zu schwer. Doch Asha ist nicht allein, denn plötzlich stellt sich jemand an ihre Seite. Jemand, der sie noch nicht einmal ansehen dürfte: Torwin, der geheimnisvolle Sklave Jareks …

Ich habe das Buch bereits vor einigen Monaten gelesen, gleich nachdem es veröffentlicht wurde und hatte wirkliche hohe Erwartungen an die Geschichte, da sowohl der Klappentext als auch die Rezessionen, die ich im Internet und in der Buchhandlung selbst bekam, eine große Neugier in mir entfachten. Jedoch wurde mir gleich zu Beginn klar, dass die positiven Rückmeldungen zu diesem Buch nicht von irgendwoher kamen. Der Roman beginnt mitten im Geschehen und hat mich persönlich sofort gefesselt, sodass ich gar nicht mehr aufhören konnte weiterzulesen. Man findet sich als Leser in einer düsteren Welt wieder, welche sich in der Hoffnung befindet sich von alten Sagen zu befreien, die in dem Buch eine präsente Rolle einnehmen. Zwischen den Kapiteln, welche den eigentlichen Plot erzählen, findet man immer mal wieder Kapitel vor, in denen die vereinzelten Sagen niedergeschrieben wurden, die einem die Vergangenheit näherbringt und dem Leser somit die gegenwärtige Handlung besser erklären. An dieser Stelle muss ich hinzufügen, dass mir bei dem Buch besonders positiv auffiel, dass gerade die zuvor genannten Sagen das Verständnis für die Hintergründe stärkten und mir die Autorin mit ihrem Schreibstil und der Art ihre Geschichte zu erzählen nie den Eindruck gab, dass mir wichtige Informationen fehlen oder sie habe etwas zu kurz erwähnt. Meiner Meinung nach hat sie die Informationen immer so platziert, dass man zwar genug erfährt, sich jedoch weiter durch die Handlung tasten muss, um das große Ganze zu verstehen.

Der Hauptcharakter Asha – oder die Iskari – ist ein sehr starke junge Frau und hat es mir besonders angetan, da sie sich – wie ich finde – so von den üblichen weiblichen Protagonistinen anderer Geschichten abhebt. Es war schön zu lesen, dass Iskari trotz aller Zweifel an ihren guten Seiten, stets erstaunlich selbstsicher auftritt und sich nicht dem Standardbild der hübschen und „perfekten“ Protagonistin hingibt. Natürlich beinhaltet dieses Buch gewisse Klischees, jedoch finde ich, dass es der Autorin Kristen Ciccarelli in diesem Buch besonders gut gelungen ist ihre Charaktere interessant zu gestalten und somit im Laufe der Geschichte für die eine oder andere Überraschung zu sorgen, welche zu einem unerwarteten Umschwung des Handlungsverlaufs führt.

„Sie sind fort, dachte Asha. Und mit diesem Gedanken ging eine Einsamkeit einher, so stechend und grausam, dass es sich anfühlte, als würde ihr Herz von einer Axt entzweigeschlagen.“

So lautet eine der Passagen im Buch, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist und auch vielen anderen Lesern, wie ich bei meiner Recherche für diesen Artikel herausfand. Ich finde diese kleine Passage zeigt, dass das Buch trotz allem zum Teil einen ziemlich rauen und harten Stil hat die Emotionen und auch die Handlung zu beschreiben, doch so und nicht anders muss diese Geschichte auch erzählt werden. Es gibt viele Charaktere, die meiner Meinung nach ohne Zweifel als Helden gelten können, sich jedoch selbst nicht als solche betrachten, aber auch Bösewichte, die man anfangs als solche niemals vermutet hätte. So ändert sich im Laufe der Geschichte der Eindruck, den man gegenüber den Charakteren und auch zu der Handlung entwickelt, teils radikal.

Das Buch beinhaltet jene mitreißende Atmosphäre, die mir in der Buchhandlung versprochen wurde und regte von Zeit zu Zeit zum Nachdenken an. 

Muriel Bohsung

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