One Billion Rising

Let us dance to end the violence. Let us shake the earth into awareness. – One Billion Rising

Jedes Jahr wird am 14. Februar von den Menschen der Valentinstag als den Tag der Liebe zelebriert, allerdings hat sich innerhalb der letzten 6 Jahre auch eine andere Aktion an diesem Tag entwickelt und verfestigt. Denn nun ist der 14.02. nicht nur noch der Liebe verschrieben, sondern auch das Datum für eine weltweite Kampagne. Bei One Billion Rising werden jedes Jahr aufs Neue eine Milliarde Frauen aufgerufen zu streiken und ihren Protest öffentlich kundzugeben. Dies sollen sie tun, indem sie ihre Häuser oder Arbeitsstellen an dem benannten Tag verlassen und gemeinsam an einem öffentlichen Ort zu dem Lied „Break The Chain“ zu tanzen und somit ein Zeichen von Solidarität, Kraft und Stärke zu setzen. Die Aktion steht einerseits für die Gleichstellung von Mann und Frau, jedoch wird auf der anderen Seite der Fokus besonders darauf gelegt, dass der Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen ein Ende gesetzt wird. Gegründet wurde die One Billion Rising Kampagne im September 2012 von der in New York geborene Künstlerin und Feministin Eve Enstler und findet seitdem jährlich statt. Auch dieses Jahr nehmen in unzähligen Städten die Menschen an der Aktion teil, in Deutschland sind allein 29 Städte auf der offiziellen Website der Kampagne verlinkt zu denen zusätzlich noch viele weitere kleine Städte ebenfalls erneut versuchen werden mithilfe dieses Tanzes etwas zu bewegen. Als die Kampagne zum ersten Mal in 2013 durchgezogen wurde nahmen 205 Länder daran teil und rund 195 Städte in Deutschland unterstützten das Vorhaben. Zusätzlich verleihen auch zahlreiche Prominente und Politiker wie Michelle Bachelet (Direktorin der UN Women und Europaabgeordente) oder Yoko Ono ihre Stimmen für das Projekt.

Die Bedeutung hinter dem Namen One Billion Rising ist auf die eine Milliarde betroffenen Frauen, die laut einer UN Statistik im Laufe ihres Lebens entweder vergewaltigt oder Opfer schwerer Körperverletzungen werden. So werden im Durchschnitt eine von drei Frauen Opfer solcher Gräueltaten. Ein weiterer Punkt der Ensler den Anstoß für die Gründung und ihre Äußerungen 1998 bei den V-Day-Aktiontagen gab, war die Stellungnahme des US-Amerikanischen Politikers Todd Adkin der Republikanischen Partei zum Thema Abtreibung, in welcher er ausdrückliche sagte, dass selbst Schwangerschaften, die durch Vergewaltigungen entstehen, nicht abgebrochen werden dürfen. Denn seiner Meinung nach könne der weibliche Körper selbst eine Schwangerschaft verhindern, wenn es sich denn tatsächlich um eine Vergewaltigung gehandelt haben solle. Ensler antwortete ihm im August 2012 mit einem öffentlichen Brief, dass er mit dieser Aussage eine Millionen Frauen somit wahnsinnig gute („insanely good“) Gründe gegeben habe sich endgültig zu erheben. 2014 stand somit die Kampagne unter dem Motto, dass Gerechtigkeit für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt gefordert werden soll. Zudem sollte auch auf die Straflosigkeit aufmerksam gemacht werden, welche bei Straftaten gegenüber Armen, Opfer von Rassismus und Krieg aber auch die Plünderung der Umwelt noch immer ein aktuelles Thema ist.

Muriel Bohsung

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